Was ist spätrömische Dekadenz?

27.03.2010

Ein altes Prinzip der Politik war und ist schon immer die Technik gewesen, auf andere zu zeigen, um selbst mit weißer Weste dazustehen. Diese Technik beherrschten die alten Römer als Vorreiter kapitalistischer und dekadenter Gesellschaftsformen genauso gut, wie heutige FDP-Politiker.


In der dekadenten römischen Gesellschaft, war es vor allem die reichen römischen Großbürger, die sich spätrömische Dekadenz leisten konnten, doch wollen wir einen kleinen Blick auf die spätrömische Dekadenz in deutschen Landen werfen. Also, was ist spätrömische Dekadenz [01] wirklich:

  • Wenn die Mövenpick-Partei als erstes dafür sorgt, dass es unerklärliche Steuererleichterungen für die eigene Klientel gibt.

  • Wenn der Gesundheitsminister aus fadenscheinigen Gründen den obersten Prüfer für Medikamente ausschaltet – und ein Ersatz erstmal nicht so wichtig ist.

  • Die deutsche Kanzlerin sich Erfolge lieber im Ausland sucht, anstatt ihren amoklaufenden Vizekanzler zur Raison zu rufen.

  • Wirtschaftswachstum in Deutschland nur noch möglich scheint, wenn ein Teil der (auch der gebildeten) Bevölkerung auf dem Altar des Kapitalismus geopfert wird.

  • Wirtschaftswachstum in Deutschland anscheinend nur noch möglich scheint, wenn die Real-Löhne (und auch "Lohnnebenkosten" gehören zu den Löhnen, was Arbeitnehmer spätestens mit der Kopfpauschale merken dürften) kräftig sinken, während Konzerngewinne ständig steigen.

  • In Deutschland seit Jahrzehnten jede Partei vor der Wahl beteuert, den Mittelstand stärken zu wollen, nach der Wahl aber vor allem die Bedingungen für Großkonzerne verbessert werden.

  • Wenn der FDP-Vorsitzende, zweistellige Millionabfindungen für erfolglose Manager leistungsgerecht findet, aber dem ein paar hundert Euro für einen Ingenieur, der über dreißig Jahre volle Leistung brachte, aber jetzt unverschuldet arbeitslos wurde zu viel sind – und der solche Leute am liebsten zur Strafe schneeschaufeln schicken will – während Politiker wie er, sich hohe Honorare von Konzernen zahlen lassen.

  • Wenn in Deutschland Menschen gekündigt werden, weil sie ihr Handy an der Firmensteckdose geladen haben, aber gleichzeitig Bankmanager Bonuszahlungen in Millionenhöhe trotz Milliardenverlusten erhalten.

  • Guido Westerwelle von der Mißachtung "der Mitte" palavert, aber seine Partei seit Jahrzehnten genau diese Politik genauso betreibt wie die anderen etablierten Parteien.

  • "Leistung" in dem ehemaligen Land der Dichter und Denker nur noch in der sofortigen (und oft temporären, wie das Beispiel Mannesmann zeigte) Wertesteigerung gemessen werden, während z.B. Erfindungen kaum als Leistung gezählt werden (man vergleiche nur Bonizahlungen an Banker und die Zahlungen die es für sog. Betriebserfindungen in Form von Patenten gibt).

  • Wenn der Gesundheitsminister eine Kopfpauschale als sozial ausgewogen präsentiert, aber neben Großverdienern vor allem Großkonzerne davon profitieren, wenn das Solidaritätsprinzip weiter ausgehöhlt wird.

  • Wenn ein deutscher Außenminister in seinem Gefolge eine Wirtschaftsdelegation vor allem bestehend aus FDP-Spendern mit sich führt.

  • Wenn ein Vizekanzler mit geschichtlichen Begriffen um sich wirft, ohne sie zu verstehen.

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